Mit seinem Debütalbum Ombanji, Umbundu für „das Zeugnis“, präsentiert Camufingo 2018 eine ungeschönte, authentische und facettenreiche Autobiographie auf zweiundzwanzig Tracks. Deutschland sollte Zeuge davon werden, dass es möglich ist Rap in unserer Muttersprache zu machen, der ins Ohr geht und dabei eine Schwarze Realität wiederzugeben – ohne sich einer weißen Mehrheit anbiedern zu müssen.

Ich bin
nicht dein Gangster,
nicht dein Opfer,
nicht dein Penner,
nicht dein Sportler,
nicht dein Panther,
nicht dein Popstar,
nicht dein Gegner,
nicht dein Kontra.
Ich besitz’ einen Willen.

Kein Zweifel, Kinder der Diaspora wissen wovon Camufingo spricht. Denn auf einem Weg, der mit Vorurteilen gepflastert ist, stolpern wir täglich über die Frage, was bleibt, wenn man von Stereotypen und Fremdzuschreibung mal absieht. Auf der Suche nach einer Antwort verlässt Camufingo das Land seiner Mutter, um im Land seines Vaters, abseits der Komfortzone seine Seele zu heilen. So individuell diese Geschichte der Selbstfindung und Selbstermächtigung auch sein mag, so sehr ist sie es auch nicht, weshalb wir stellenweise uns selbst begegnen, während wir dem Roten Faden der Geschichte von Anfang bis Ende folgen.

Ombanji bleibt im Ohr, als musikalische Dokumentation einer Reise, die uns von Unterdrückung, Unsicherheiten, Angst und Wut zu Kraft, Transformation, Widerstand und Selbstbewusstsein führt. Dabei helfen auch die etlichen großartigen Feature-Gäste, die den filmische Erzählstrang des Albums begleiten und jeweils individuelle Charaktere der Geschichte verkörpern:

Peti Free (Não Maya), Meli (Wechselfieber), Yatera (Du Bist Nicht), Adi Amati (Heimkehr, Wechselfieber), Leila Akinyi (Heimkehr, Du Bist Nicht), Melvi & Domingas (Heimkehr), Shelly Phillips (Keine, Ndengue), X:A90TWO (Keine) und Sidney Frenz (Unzerstörbar) – nicht zu vergessen die instrumentalen Features von Ndiaxo (Talking Drum, Djembe), Shelly Phillips (Keys), Laila Vassana Melcher (Geige) und Julien Enzana (Trompete).

Mit genreübergreifenden Produktionen von Greg Dhilla, P-Body und Camufingo selbst, bewegt sich Ombanji dabei stilvoll zwischen up-, mid- und downtempo, Boom Bap und Trap Beats. Jeder Song wirft uns mit einzigartigen Übergängen und Arrangements förmlich in eine neue Dimension und eröffnet Klangwelten wie man sie im Deutschrap bisher noch nicht gehört hat.

Ombanji - Die Schwarze Wirklichkeit wird Fleisch